Ernährung

Eine zunehmende Schwächung der Muskelgruppen, die am Kau- und Schluckvorgang beteiligt sind, wird bei vielen Patienten mit Myotoner Dystrophie beobachtet. Das Verschlucken oder die Angst davor können zu schwerwiegenden Folgen, zu Appetitlosigkeit oder auch zu vermeid- baren Ernährungsmängeln führen. Oft helfen einfache Anpassungen der Gewohnheiten, um wieder Lust aufs Essen zu bekommen und mögliche Risiken zu vermeiden: Achten Sie auf eine ruhige Umgebung, vermeiden Sie, mit vollem Mund zu sprechen und berücksichtigen Sie folgende Punkte: 

  • Halten Sie während dem Schlucken die Lippen geschlossen. 
  • Essen/schlucken Sie in kleinen Bissen.
  • Verteilen Sie mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag, um Müdigkeit durch Anstrengung zu vermeiden.
  • Trinken Sie während dem Essen, um trockenen Nahrungsbrei leichter schlucken zu können.
  • Machen Sie eine Pause zwischen den Schluckvorgängen und vermeiden Sie wiederholte Schluckversuche.
  • Schlucken mit gesenktem Kinn können helfen, Ihre Atemwege zu schützen.
  • Legen Sie sich direkt nach einer Mahlzeit nicht hin, um Reflux und Sodbrennen zu vermeiden.

Im Handel finden Sie eine breite Auswahl an Büchern und Rezepten, die sich an Patienten mit Kau- und Schluckschwierigkeiten, auch Dysphagie genannt, richten. Darüber hinaus lohnt sich oft eine Beratung durch einen Logopäden oder durch einen Diätberater.    

Die nachfolgende nicht abschliessende Liste beinhaltet Lebensmittel, welche bei Patienten mit Kau- und Schluckproblemen zu vermeidbaren Schwierigkeiten führen könnten und eventuell mit gebotener Vorsicht verzehrt werden sollten:  

Weniger geeignete Lebensmittel

Brote:  

Brot und Brötchen mit Kruste und/oder Kernen und Körnern, Gipfeli, Knäckebrot, Semmeln

Beilagen:

Kartoffeln mit Schale, frittiert oder gebraten, Ebly, Trockenreis, Wildreis

Fisch/Fleisch:

Fisch (Gräten!). Langfasriges Fleisch wie Geräuchertes, grobe Würste, Kaninchen, Rindfleisch, Rohspeck, Siedfleisch, Strauss, Wild

Gemüse

Blattspinat und Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Kefen Linsen), fasriges Gemüse (z.B. Fenchel, Lauch, Rotkohl, Sauerkraut, Schwarzwurzel, Spargel), Gemüse mit hautartiger Schale (z.B. Mais, Maroni, Pepperoni, Tomaten)

Suppen:

Bouillon, Suppen mit Einlagen und mit Dekoration

Salate:

(zusätzlich zu Gemüse): Mexikanische Mischung, Thonsalat, Russischer Salat, Kartoffelsalat roh, Sprossensalat

Desserts:

Ananas, Brombeeren, Crèmeschnitten, Datteln, Feigen, frische Kirschen, trockener Kuchen, Mandarinen und Orangen, Meringue, Rhabarber, Trauben

Diverses:

Dekorationen z.B. Fruchtstücke oder Schokostreusel. Petersilie, Schnittlauch. Grobe Gewürze wie Kümmel und Pfefferkörner. Mandel(splitter), Nüsse, Pinienkerne, Paniertes. Pilze, Zwiebelringe.      

Textquelle: Aufzählung von Verhaltenshinweisen (Abschnitt 2) aus dem Rezeptbuch “MDF Cooks” von http://myotonic.org/sites/default/files/MDF%20Cooks%2009-2014.pdf

Auszug der Lebensmittelempfehlungen der Abteilung für Logopädie der Reha Rheinfelden (7.12.2015)